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Solarpark: Wechselrichter im Wert von 150.000 EUR gestohlen

Der Diebstahl von Photovoltaikperipherie scheint in Mecklenburg-Vorpommern wieder anzuziehen. Es gab gleich drei polizeiliche Meldungen die sich innerhalb kurzer Zeit an Solarparks ereigneten.

Am 25.05.2018 drangen bisher unbekannte Täter gewaltsam auf das Gelände eines Solarparks in der Nähe von Friedland.  Entwendet wurden über 50 Wechselrichter mit einem Gesamtwert von ca. 150.000 EUR. Die Polizei ermittelt derzeit. Hier gibt es weitere  Informationen.

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Photovoltaik-Wechselrichter verstärkt im Fokus von Dieben

Fallende Preise bei Solarmodulen lassen diese für Diebe uninteressant erscheinen. Es lohnt sich kaum noch, die großen, unhandlichen und schweren PV-Module mühselig abzuschrauben und im Fluchtfahrzeug zu verstauen. Sie nehmen viel Platz weg und bringen auf Grund von herrschenden Überkapazitäten auf dem weltweiten Solarmarkt kaum noch Geld auf dem Schwarzmarkt ein. In den Fokus der Diebe rücken daher verstärkt Photovoltaik-Wechselrichter. Wechselrichter wandeln den über die Solarmodule erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um. Dieser Strom wird i.d.R. in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist. Wechselrichter sind dem Preisverfall kaum ausgesetzt. Sie sind zwar ebenfalls schwer und müssen erst abgeschraubt werden, jedoch lässt sich damit viel Geld auf dem Schwarzmarkt verdienen.

Beim Diebstahl von Wechselrichtern gehen die Schäden ganz leicht in den sechsstelligen Bereich. So wurden erst kürzlich im November aus einem Solarpark bei Triefenstein über 54 Wechselrichter im Gesamtwert von etwa 140.000 Euro gestohlen. Die Diebe haben mit der Entwendung den gesamten Solarpark lahmgelegt. Die Diebe knackten das Vorhängeschloss eines Tores, um auf das Gelände des Solarparks zu gelangen.

Wie viele Solarmodule müssten hingegen entwendet werden, um einen Schaden von 140.000 Euro anzurichten? Eben, 54 Wechselrichter sind schneller abgeschraubt als 500 Solarmodule.

Auch auf dem Barther Flugplatz haben Diebe aktuell über 20 Wechselrichter eines 31 MW Solarparks gestohlen. Beziffert wird der Schaden auf über 100.000 Euro. Die Diebe verschafften sich Zugang zum Solarpark, in dem sie den Maschendrahtzaun zerschnitten.

Die möglichen Folgen für Solaranlagen-Betreiber

Da die Diebstahl-Schadenhöhe in keinem Verhältnis zum Versicherungsbeitrag steht, könnte der Versicherer den Vertrag kündigen oder einen erhöhten Selbstbehalt bei Diebstahl verlangen. Möglich ist auch, dass der Versicherer generell den Selbstbehalt erhöht. Besteht eine Chance auf Weiterführung des Vertrages bei der bisherigen Versicherung, wird der Versicherer dem Anlagenbetreiber bestimmte Auflagen, wie beispielsweise die Errichtung eines entsprechend hohen Industriegitterzauns und anderweitigen mechanischen oder elektronischen Sicherungen vorschreiben. Erfüllt der Betreiber die Auflagen nicht, so wird die Versicherungsgesellschaft den Vertrag kündigen. Ein Solarpark ohne entsprechenden Versicherungsschutz kann für den Betreiber zur existenziellen Bedrohung werden. Ferner wird die finanzierende Bank ohne eine entsprechende Versicherung das Darlehen-Ausfallrisiko nicht tragen wollen. Betreiber von Freiflächensolarparks sollten grundsätzlich die Auflagen der Versicherungsgesellschaft einhalten, die zu einer Solarparkversicherung gefordert werden. Leider sieht die Praxis oftmals anders aus: Aus Renditegründen wird gerade an den Sicherheitseinrichtungen gespart. Auf „Biegen und Brechen“ wird ein Anbieter gefunden, der eine „halbwegs“ gesicherte Anlage versichert. Wie man sieht, könnte dies ganz schnell nach hinten losgehen, denn das spätere Ändern, Aufrüsten und Austauschen kosten nun mal wesentlich mehr oder gar das Doppelte.

Zugang zum Solarpark erschweren

Um Dieben den Zugang zu Solarparks auf Freiflächen zu erschweren, sollte um das Areal kein Maschendrahtzaun oder ein gewöhnliches Schloss für die Torzufahrt verwendet werden. Bestenfalls sollte ein Industriegitterzaun mit mindestens zwei Metern Höhe + Übersteigschutz und ein entsprechendes Sicherheitsschloss für das Zugangstor angebraucht werden. Gerade die mechanischen Sicherungen des Geländes und der Peripherie (Wechselrichter u. Module) machen es den Dieben schwer. Je länger und aufwändiger die Diebe mit der Umgehung der Sicherheitsmaßnahmen beschäftigt sind, desto höher ist auch die Gefahr entdeckt zu werden.

Lesen Sie auch, wie Sie Mindestsicherungen und Sicherungen zur Solarparkversicherung einhalten können und wie Sie Sicherungen während der Montage gewährleisten.

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50,2-Hz-Problematik: Um- bzw. Nachrüstung von Photovoltaikanlagen

In unserem heutigen Blogbeitrag möchten wir Sie als Betreiber einer Solaranlage über die 50,2-Hz-Problematik in Deutschland informieren. Eines vorweg: Die 50,2-Hz-Problematik kann, muss Sie aber nicht betreffen. Insbesondere betrifft es Betreiber, deren Leistung der Solarstromanlage größer 10 kWp beträgt. Wir möchten Sie dennoch über den geplanten Ablauf der Verteilnetzbetreiber (VNB) informieren.

Was hat es mit der 50,2-Hz-Problematik auf sich?

Um Ihnen die technischen Einzelheiten zu ersparen fassen wir uns kurz: Die Wechselrichter von Photovoltaikanlagen müssen um- bzw. nachgerüstet werden. Dies dient der allgemeinen Versorgungssicherheit und der Sicherheit des Stromnetzes in Deutschland und Europa.

Der Ablauf von Seiten der Verteilnetzbetreiber:

  1. Sie werden in einem ersten Schreiben durch den VNB aufgefordert, Ihre Wechselrichter um- bzw. nachzurüsten. Die Schreiben sollen im September versendet werden.
  2. In einem zweiten Schreiben klärt Sie der VNB über den Zweck der notwendigen Maßnahmen auf und weist Sie daraufhin, dass Sie zur Mitwirkung verpflichtet sind.
  3. Das dritte Schreiben ist ein Fragebogen, der für den VNB notwendige Daten über Ihre Wechselrichter erhebt. Dort müssen Sie Auskunft über Ihre Wechselrichter geben. Dies beinhaltet den Hersteller, den Typ und evtl. auch die Seriennummer der Wechselrichter. Diese finden Sie entweder an den Wechselrichtern selbst, in Ihrer Anlagendokumentation oder Sie fragen bei Ihren Installateur/Solarteur nach.
  4. Der VNB entscheidet auf Grund Ihrer angegebenen Daten im Fragebogen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um Ihre Wechselrichter an das Netz anzupassen. Sie erhalten zudem einen Terminvorschlag zur Um- bzw. Nachrüstung.

Bitte beachten Sie: Sie müssen von Ihrer Seite aus nicht aktiv werden.  Wenn Sie kein Schreiben von Ihrem Verteilnetzbetreiber erhalten, sind Ihre Wechselrichter von einer Um- oder Nachrüstung nicht betroffen.

Was kostet Sie die Um- bzw. Nachrüstung?

Die Kosten für die Um- bzw. Nachrüstung werden vom VNB in voller Höhe getragen. Die Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die Um- bzw. Nachrüstung von einem Installateur/Solarteur durchgeführt wird, den Ihnen der VNB vorgeschlagen hat. Sollten Sie einen Installateur/Solarteur Ihres Vertrauens bevorzugen, so muss dieser die Zulassung für eine Um- bzw. Nachrüstung vorweisen können und evtl. Mehrkosten gehe zu Ihren Lasten.

Was wird am Wechselrichter um- bzw. nachgerüstet und wie lange dauert das?

Bei vielen Geräten genügt ein Software-Update, das in wenigen Minuten auf das Gerät aufgespielt werden kann. Es kann aber auch der Austausch eines Bauteils notwendig werden, dass etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen kann. In der Regel geht ein solche Um- bzw. Nachrüstung sehr schnell vonstatten. Die Um- bzw. Nachrüstung der Wechselrichter sollte bis Ende 2014 vollzogen sein sonst kann es passieren, dass Sie Ihren Vergütungsanspruch verlieren. Die Um- bzw. Nachrüstung hat keinerlei Auswirkungen auf die Photovoltaikversicherung.

Weitere und vor allem ausführlichere Informationen zur 50,2-Hz-Problematik von Solar-Wechselrichtern.

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Die TOP 5 der häufig gestellten Fragen bei Photovoltaikversicherungen

Wir, die Versicherungsmakler Rosanowske GmbH & Co. KG, sind für unseren Service bekannt und stehen jederzeit bei Fragen rund um das Thema Photovoltaikversicherung zur Verfügung. Um Ihnen, unseren Leserinnen und Lesern, einen weiteren Service zu bieten, möchten wir auf die fünf häufigsten Fragen, die unsere Mitarbeiter auch gerne nochmals am Telefon beantworten, eine verständliche Antwort geben. Jeder, der gerade in eine Photovoltaikanlage investiert hat oder bereits Pläne dafür schmiedet, stellt sich die Frage nach der richtigen Photovoltaikversicherung. Es ist überhaupt nicht einfach auf die Schnelle eine für die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene PV-Versicherung zu finden. Schon mitten in der Vorauswahl zu einer passenden Versicherung erreichen uns immer wieder Fragen zu bestimmten Begriffen oder Versicherungsinhalten. Die fünf häufig gestellten Fragen, die uns immer wieder erreichen, möchten wir Ihnen daher ausführlich beantworten.

Frage 1: Was ist Integralfranchise?

Antwort: Die Integralfranchise ist eine Form der Selbstbeteiligung. Bislang war diese überwiegend im Rahmen von Industrieversicherungen aufzufinden. Je nach Anlagenleistung (kWp) wird ein Franchisebetrag vereinbart. Dieser ist nach der Leistung der Solarstromanlage (z.B. bis 50 kWp) gestaffelt und beträgt beispielsweise 100, 150 oder 200 Euro. Tritt nun ein Sachschaden ein, der den Franchisebetrag (100, 150 oder 200 Euro) übersteigt, so fällt keine Selbstbeteiligung (ohne Selbstbeteiligung) für den Versicherungsnehmer an. Wird der Franchisebetrag nicht überschritten, erfolgt auch keine Leistung vom Versicherer. Die vereinbarte Selbstbeteiligung gilt immer nur für den eigentlichen Sachschaden. In der Ertragsausfallversicherung ersetzt die Karenzzeit (Wartezeit) die Selbstbeteiligung in Euro .

Frage 2: Was ist die GAP-Deckung und für was wird diese benötigt?

Antwort: Jede auf den ABE (Allgemeine Bedingungen für die Elektronikversicherung) basierende Photovoltaikversicherung reguliert den Totalschaden der versicherten Photovoltaikanlage nur dann zum Neuwert, wenn die Solarstromanlage nach einem Totalschaden wieder errichtet wird. Gerade dann, wenn die PV-Anlage auf dem Dach eines Dritten (z. B. Pachtdach) installiert ist, hat der Anlagenbetreiber in der Regel keinen Einfluss auf den Wiederaufbau des Gebäudes. Unterlässt der Gebäudeeigentümer, z. B. nach einem Feuer, den Wiederaufbau des Gebäudes (Anlagenträger), so kann die Photovoltaikanlage nicht wiederhergestellt werden. An dieser Stelle kann dem PV-Anlagenbetreiber ein recht hoher finanzieller Schaden entstehen, denn der Versicherer wird aufgrund des nicht erfolgten Wiederaufbaus nur den Zeitwert ersetzen. Ist die Photovoltaikanlage parallel über einen Kreditvertrag finanziert, können erhebliche Differenzen zwischen der Zeitwertentschädigung und der Restschuld zur Tilgung bei der finanzierenden Bank entstehen. Dieses Differenzrisiko kann über eine optionale Deckungserweiterung versichert werden. Diese Deckungserweiterung nennt sich GAP-Deckung und bedeutet übersetzt: „Restschuldentschädigung bei Totalschaden und bestehendem Kreditvertrag“.

Sofern gesondert vereinbart, ersetzt der Versicherer abweichend von der ABE im Falle eines Totalschadens, sofern der Wiederaufbau der versicherten Photovoltaikanlage unterbleibt, den Zeitwert der versicherten Photovoltaikanlage, mindestens die Restschuld aus einem bestehenden Kreditvertrag zur Finanzierung der versicherten Photovoltaikanlage. Dabei bildet die ursprüngliche im Antrag angegebene Investitionssumme die Grenze der Entschädigung. Der Zeitwert ergibt sich maximal aus der ursprünglichen im Antrag angegebenen Investitionssumme durch einen Abzug insbesondere für Alter, Abnutzung und technischen Zustand der versicherten Photovoltaikanlage am Schadentag. Diese optionale Deckungserweiterung sollte für Anlagen auf gepachteten/gemieteten Dächern grundsätzlich beantragt werden.

Frage 3: Was ist mit Bauartklasse 1 bzw. 2 gemeint?

Antwort: Gebäude werden in Bauartklassen eigeteilt, damit diese entsprechend ihrer Bauweise voneinander unterschieden werden können. Zudem kann das Risiko eines Objektes durch die Versicherung beurteilt werden, da einige Bauartklassen, bedingt durch die Ausführungen und Materialien, ein erhöhtes Risikopotenzial mit sich bringen. Es gibt fünf verschiedene Bauartklassen, wovon nur zwei bei der Versicherung einer Photovoltaikanlage (bezogen auf unsere Sonderkonzepte) relevant sind.

Die Bauartklasse I:
Außenwände: massiv (Mauerwerk, Beton, Stein, Stahl, Blech)
Dacheindeckung: hart (z. B. Ziegel, Schiefer, Betonplatten, Zementplatten, Metall)

Die Bauartklasse II:
Außenwände: Stahl- oder Holzfachwerk mit Stein- oder Glasfüllung, Stahl- oder Stahlbetonkonstruktion mit Wandplattenverkleidung aus nichtbrennbarem Material
Dacheindeckung: hart (z. B. Ziegel, Schiefer, Betonplatten, Zementplatten, Metall)

Frage 4: Zahlt die Photovoltaikversicherung, wenn ein Feuer vom Gebäude ausgeht?

Antwort: Sofern eine Allgefahrenversicherung besteht und die Photovoltaikanlage durch das Feuer zerstört oder in Mitleidenschaft gezogen wurde, ersetzt der Versicherer ausschließlich den entstandenen Schaden an der PV-Anlage. Für den Schaden am Gebäude kommt die Gebäudeversicherung auf.

Frage 5: Wird der Ertragsausfall bei einem Defekt des Wechselrichters im Garantiezeitraum erstattet?

Antwort: In der Regel leistet die PV-Versicherung nur dann, wenn der Sachschaden an der Photovoltaikanlage auf eine von außen einwirkende Gefahr (z. B. Überspannung)  zurückzuführen ist. Ein einfacher Defekt eines Wechselrichters ist standardmäßig nicht über die ABE mitversichert. Wenn jedoch in der Allgefahrenversicherung die Deckungserweiterung „Innere Betriebsschäden“ vereinbart wurde, dann erhält der Betreiber einer Solaranlage eine Regulierung des Schadens gem. der Vereinbarungen.

Anhand zweier Beispiele möchten wir dies verdeutlichen:

Beispiel 1: Der Wechselrichter fällt im ersten Jahr ab Inbetriebnahme durch einen einfachen Defekt aus. Der Austausch erfolgt durch den Wechselrichterhersteller gem. der Gewährleistung/Garantie. Der Versicherer leistet für den entstandenen Ertragsausfall im Rahmen der Deckungserweiterung „Innere Betriebsschäden“.

Beispiel 2: Der Wechselrichter fällt außerhalb der Gewährleistung/Garantie des Herstellers durch einen einfachen Defekt an einem elektronischen Bauteil aus. Der Versicherer leistet Entschädigung für den Wechselrichteraustauch oder die Reparatur sowie für den entstandenen Ertragsausfall im Rahmen der Vereinbarung.

Ist die Mitversicherung von „Innere Betriebsschäden“ nicht vereinbart, bleibt der Versicherer in beiden Beispielen leistungsfrei. Die Deckungserweiterung „Innere Betriebsschäden“ ersetzt keinesfalls die Gewährleistung oder eine langfristig angelegte Garantieverlängerung der Wechselrichterhersteller.

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