Archiv des Autors: Georg Lendermann

Wohngebäudeversicherung versus Photovoltaikversicherung

Separate Photovoltaikanlagen-Versicherung oder Erweiterung der Wohngebäudeversicherung?

Die Kosten für eine PV-Anlage auf Wohngebäuden erreichen schnell fünfstellige Beträge. Da ist es nur verständlich, dass jeder Eigentümer diese Investition bestmöglich gegen alle unvorhersehbaren Sachschäden absichern möchte. Jetzt stellt sich die Frage: Soll die Photovoltaikanlage in die bestehende Gebäudeversicherung integriert werden oder sollte man besser eine separate Photovoltaikanlagenversicherung abschließen? Beides ist möglich. Aber wo überwiegen die Vorteile? Darüber möchten wir Sie in nachfolgendem Beitrag kurz informieren.

Photovoltaikanlagen und Wohngebäudeversicherungen

In den Standardpolicen der Wohngebäudeversicherer sind Photovoltaikanlagen vielfach nicht vorgesehen. Hier ist eine Erweiterung des bestehenden Vertrages notwendig. Die damit verbundene Erhöhung der Versicherungssumme bedeutet natürlich auch eine entsprechende Mehrprämie.

Wichtiger Tipp:

Auch wenn die Photovoltaikanlage mit einem eigenständigen Photovoltaikversicherung-Vertrag abgesichert wird, empfehlen wir eine Anzeige der installierten PV-Anlage bei der Wohngebäudeversicherung. Diese könnte sich im Schadenfall auf eine nicht angezeigte  Gefahrerhöhung berufen und eine Regulierung einschränken oder gänzlich verweigern!  Hier erhalten Sie ein entsprechendes Musterschreiben zur Weiterleitung an die Gebäudeversicherung.

Obliegenheiten vor und während des Vertrages

Verschiedene Versicherer bestehen beim Einschluss der PV-Anlage in die Wohngebäudeversicherung auf die Einbindung der Anlage in eine bestehende Blitzschutzabsicherung. Diese mit zusätzlichen Kosten verbundene Anforderung ist in der Regel bei einer eigenständigen PV Versicherung nicht gegeben. Gleiches gilt für die dauerhafte Einrichtung einer Fernwartung oder dem Nachweis eines Wartungsvertrages.

Umfang des Versicherungsschutzes

Auch wenn Ihre Anlage kostenfrei oder ohne zusätzliche vertragliche Anforderungen in die bestehende Wohngebäudeversicherung eingebunden werden kann, lohnt natürlich ein Vergleich der versicherten Leistungen:

Leistungsmerkmale* Wohngebäudeversicherung Photovoltaikversicherung
Sachschäden in Folge von:
Brand ja ja
Sturm ja ja
Hagel ja ja
Leistungswasser ja ja
Explosion ja ja
Implosion ja ja
Aufprall eines Luftfahrzeuges seiner Teile oder seiner Ladung ja ja
Direkter Blitzeinschlag ja ja
Diebstahl, Einbruchdiebstahl, Raub nein ja
Überspannungs- oder Induktionsschäden nein ja
Tierverbiss nein ja
Luftbewegungen unter Stärke 8 nein ja
Vorsatz Dritter nein ja
Sabotage nein ja
Vandalismus nein ja
Hochwasser nein ja
Erdbeben nein ja
Konstruktionsfehler nein ja
Material- u. Ausführungsfehler nein ja
Bedienfehler nein ja
Materialfehler nein ja
Ersatz der Einspeisevergütung  (Ertragsausfall) nein ja
 

*= je nach Bedingungswerk und Anbieter kann es Abweichungen geben

Sowohl bei der Wohngebäude- als auch bei der speziellen Photovoltaikversicherung gilt: Der Versicherer übernimmt die Kosten, die für die Wiederherstellung, die Reparatur oder die Wiederbeschaffung anfallen. Allerdings muss der Schaden an der Anlage durch eine über den Vertrag genannte versicherte Gefahr entstanden sein.

Im Wohngebäudevertrag werden die versicherten Gefahren meist abschließend aufgezählt. Dagegen stellt die Photovoltaikversicherung eine Allgefahrenversicherung dar. Nur die definitiv im Vertrag ausgeschlossenen Gefahren sind nicht mitversichert.

Dazu ein einfaches Beispiel aus der Praxis:

Der Blitz schlägt in das Haus Ihres Nachbars ein. Durch die daraus entstandene Überspannung wird ein Schaden an Ihrer Photovoltaikanlage verursacht. Über die PV-Versicherung ist der Schaden versichert, über die Wohngebäudeversicherung jedoch nicht. Gleiches gilt hier auch für den daraus entstandenen Ertragsausfall.

Abschließend lässt sich feststellen, dass ….

… eine Photovoltaikanlage rundum gut versichert sein sollte. Daher ist es ratsam, sich vor dem Einschluss in die bestehende Wohngebäudeversicherung genau über den Umfang des Versicherungsschutzes  zu informieren. Erfragen Sie bei Ihrer Gebäudeversicherung die Prämienhöhe für Ihren Anlagentyp und vergleichen Sie die Prämie als auch die versicherten Leistungen genau. Über rosa-photovoltaik.de erhalten Sie eine Photovoltaikversicherung bereits ab 75 Euro netto im Jahr. Eine geringe Mehrprämie für eine Spezialdeckung relativeiert sich meist schon nach dem ersten Schadenfall.

Was eine spezielle Photovoltaikanlagen-Versicherung für Ihre Photovoltaikanlage kostet, können Sie auf unserer Website mit Hilfe unserer Photovoltaikversicherung Tarifrechner schnell und einfach ermitteln.

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Voreilige Kündigung einer bestehenden Photovoltaikversicherung

Voreilige Kündigung einer bestehenden Photovoltaik-Versicherung – Vorsicht ist geboten!

Unsere Deckungskonzepte haben wir im Laufe der Zeit und mit der Erfahrung von über 12 Jahren im Bereich Photovoltaik für Sie ausgehandelt und auch immer weiter entwickelt.  Selbst die  Tests renommierter Anbieter (Stiftung Warentest-Finanztest,  Ökotest etc.) zeigen, dass es nicht einfach ist die Unterschiede der einzelnen Versicherer und Tarifwerke zu erkennen (Vergleichen Sie dazu gerne unsere Beiträge hier im Blog).

Daher ist ein detaillierter Vergleich der Absicherung Ihrer Investition nicht die reine Betrachtung der jährlichen Versicherungsprämie.  Deckungserweiterungen wie innere Betriebsschäden, verlängerte Haftzeit beim Ertragsausfall, De- und Remontagekosten bei Gebäudeschäden oder die Restwertanrechnung im Schadenfall sind nur einige wenige Punkte, die im Schadenfall einen eventuellen Beitragsvorteil schnell in den Hintergrund stellen.

Desweiteren hat sich die Annahmepolitik der Versicherer für „Altanlagen“ erheblich verändert. Viele Versicherer möchten keine Photovoltaikanlagen mehr versichern, die älter als 2 Jahre sind. Die Risikoprüfung hinsichtlich des Gebäudes auf dem die PV-Anlage installiert ist und auch die Bauart der Photovoltaikanlage an sich, führt zu Leistungsausschlüssen, höheren Selbstbehalten oder gar zu Antragsablehnungen. Gleiches gilt für vorschadenbehaftete Verträge!

Außerdem ist die einzelvertragliche Schadenquote umso günstiger, je länger ein Vertrag bei einem Versicherer verbleibt. Das Risiko der Vertragskündigung durch den Versicherer nach einem versicherten Schaden wird somit verringert.

Mit unseren Versicherungspartnern ist in der Regel die Leistungsupdate-Garantie vereinbart, sodass auch ältere Anlagen von den künftigen Leistungsverbesserungen profitieren.

Wenn Sie trotz allem Ihren Photovoltaikversicherung kündigen möchten, achten Sie darauf, dass erst der Folgeversicherer eine Zusage tätigt. Erst wenn diese schriftlich vorliegt, sollten Sie Ihren Bestandvertrag kündigen.

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Photovoltaikversicherung und Ertragsausfall durch ausgelöste Sicherungen

Vermehrt erhalten wir Schadenanzeigen zur Photovoltaikversicherung, in denen unsere Versicherten einen Ertragsausfall geltend machen, weil die Anlage längere Zeit keinen Strom mehr produziert hat. Grund sind ausgelöste Sicherungen oder das Abschalten der Anlage durch den FI-Schalter.

Dies kann, vor allem wenn die versicherte Anlage nicht vor Ort installiert ist und keine Fernüberwachung vorhanden ist, zu längeren Ausfallzeiten führen. Denn oft wird der Ausfall zufällig oder erst mit Erhalt der Jahresabrechnung des Energieversorgers bemerkt.

Ein Anspruch auf Erstattung des Ertragsausfalls durch die Allgefahrenversicherung ist hier aber nicht gegeben. Grundsätzlich ist der vom Grunde her versicherte Sachschaden Voraussetzung für den Anspruch auf Ertragsausfall-Leistungen aus der Allgefahrenversicherung.

Eine Sicherung oder ein FI-Schalter hat aber die Aufgabe die Anlage vor einem Schaden durch Fehlerstrom, Überspannung etc. zu schützen. Dies bedeutet, dass diese Teile bestimmungsgemäß ausgelöst wurden. Einen Sachschaden im Sinne der Versicherungsbedingungen hat die Anlage daher nicht erlitten. Somit fehlt die Grundlage für die Erstattung des entgangenen Stromerlöses.

Darüber hinaus sind sonstige Teile, die während der Lebensdauer der PV-Anlage erfahrungsgemäß mehrfach ausgewechselt werden müssen nicht mitversichert ( ABE 2011 §1,2). Dies ist bei Sicherungen immer gegeben.

Wir empfehlen daher dringend, Anlagen die nicht regelmäßig vor Ort gesichtet werden können, mit Fernüberwachungen auszustatten oder jemanden mit der regelmäßigen Sichtung der PV-Anlage zu beauftragen.

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Solarthermie Versicherung

Solarthermische Anlagen sind immer häufiger auf Dächern vorzufinden. Doch wie versichert man die Anlagen zur Wärmegewinnung?

Variante 1 ist der Einschluss in die bestehende Gebäudeversicherung. Hierzu muss der Gebäudeversicherer über die Installation der Solarthermie-Anlage informiert werden. Sofern es sich um einen Versicherungssummen- oder Wert 1914 Tarif handelt, muss dieser um die Gesamtkosten der Solarthermie erhöht werden, was kostenpflichtig sein wird. Versicherungsschutz besteht in der Regel jedoch nur für Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel.

Variante 2 wäre die separate Solarthermie-Versicherung. Diese sollte in Form einer Allgefahrenversicherung aufgebaut sein. Vorteil ist, dass nahezu alle von außen einwirkenden Ereignisse, welche zu einem Sachschaden an der solarthermischen Anlage führen mitversichert sind. Dazu zählen unter anderem, neben den selben versicherten Gefahren der Gebäudeversicherung , auch Vandalismus, Diebstahl, Einbruchdiebstahl, Raub /Plünderung, Frost, Eisgang, Schneedruck, Bedienungsfehler u. v. m.. Wer auf Sicherheit setzt, sollte dementsprechend eine Solarthermieversicherung in Erwägung ziehen.

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Photovoltaikversicherung: Der Chef in der Financial Times Deutschland

Unser Chef, Gerd Rosanowske, hat der Financial Times Deutschland ein Statement zu den Risiken, den Photovoltaikanlagen ständig ausgesetzt sind, abgegeben. Dabei ging es in erster Linie um den Vergleich „Wohngebäudeversicherung vs. Photovoltaikversicherung“.

Auch ging es darum, dass viele Anlagenbetreiber einfach vergessen, eine PV-Versicherung abzuschließen. Dabei ist dies überaus wichtig. Neben Schäden durch Schneelast, Sturm und Überspannung gibt es viele weitere äußere Einwirkungen auf Photovoltaikanlagen. Dazu zählen auch Tierverbiss (der bekannte Marderschaden), Hagelschäden, Diebstahl, Sabotage, Vandalismus, Blitzschlag –  die Liste lässt sich fast schon unendlich fortsetzen.

Aber lesen Sie selbst: FTD – Auch Sonnenstrom braucht eine Versicherung

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